In der Riege der grossen Städte Skandinaviens spielt Bergen punkto Aufmerksamkeit nicht die erste Geige. Die norwegische Fjordstadt mit dörflichem Charme steht zu sehr im Schatten ihrer grossen Brüder Oslo, Stockholm oder Kopenhagen. Abgesehen von den zahlreichen Kreuzfahrt-Kurzbesucher im Hochsommer wird Bergen kaum als Destination für einen Wochenendtrip in Erwägung gezogen. Genau dies ist einer der Gründe, wieso sich die regnerischste Stadt Europas ideal für einen Kurzaufenthalt mit maximalem Erholungsfaktor eignet. The.Up.Life zeigt, wieso ein Trip nach Bergen auf jede To-Do-List gehört.


Wahrzeichen der Stadt und gleichzeitig UNESCO-Weltkulturerbe: Die farbigen Kontor-Häuser in Bergen-Bryggen.


Der Charme einer Kleinstadt

Vom Shopping im Stadtkern auf den Wanderweg und als Belohnung für die sportliche Aktivität in einem gemütlichen Studentencafé einen Iced Latte geniessen – all dies in Gehdistanz. Was sich anhört wie eine Tortur ist in Bergen aufgrund der kompakten und überschaubaren Aufteilung der Stadt ganz ohne Hektik in einen gemütlichen Tag zu packen. Generell versprüht Norwegens Nummer Zwei den unvergleichlichen Charme einer entspannten Kleinstadt: Die perfekte Mischung aus gelebter Urbanität, freundschaftlicher Geselligkeit und norwegischer Naturverbundenheit. Beim Bummel durch die Innenstadt wird augenfällig, dass trendige Studentenviertel, hübsche Wohnquartiere, moderne Kultureinrichtungen sowie historische Wahrzeichen nathlos ineinander übergehen und sich somit perfekt ergänzen. Nur wenige Meter vom historischen Zentrum Bryggen entfernt beginnen bereits die Wanderwege, welche die sportlichen Einwohner gerne nutzen, um eben mal kurz den Hausberg Floyen zu erklimmen und die fantastische Aussicht zu geniessen.

Kaffeekultur die keinen Vergleich scheut

Kaffee-Hipster reisen gerne nach San Francisco, London oder Berlin, um sich die neusten Aeropress- oder Filterkreationen servieren zu lassen. Doch für alle Kaffee-Aficionados gilt: Bergen mischt mit im Konzert der globalen Kaffee-Experimente. Zahlreiche spartanisch eingerichtete Lokale konzentrieren sich auf die Essenz einer Kaffebar: Guten Kaffee in atmosphärischem Ambiente. Das besonders Schöne an Bergen ist, dass die Kaffees nicht bloss in einer Ecke, sondern verteilt durch die ganze Stadt zu finden sind. Innenstadt, Quartierbezirke sowie das Studentenviertel haben allesamt ihre Kaffee-Hot-Spots und wetteifern um “Bergens Best Cappuccino”. Folgend eine Auswahl an Lokalen, welche nicht nur Kaffee-Fans unbedingt aufsuchen sollten.


  • Kaffeemisjonen: Hervorragender Kaffee in minimalistischer Umgebung und freundliche Baristas unterhalb der Floyen-Bahn. Ideal für alle, die in Ruhe Morgenlektüre und Heissgetränk geniessen wollen. https://www.kaffemisjonen.no
  • Blom: Typisches Studentenkaffee mit kleinem, sonnigen Vorplatz etwas oberhalb der Innenstadt. Ideal für alle, die über einer Tasse Kaffee ihre Geschichten erzählen möchten. https://www.facebook.com/blomkaffebar/
  • Chill-Out Reisekaffe: Ein paar alte Sofas und Couchtische inmitten eines Ladens voller Reise-Utensilien. Wo lässt sich der nächste Trip besser planen als bei einer Tasse vietnamesischen Kaffees im Travelshop. https://chillout.no/pages/chillout-bergen
  • Dromedar Kaffebar: Norwegens Antwort auf Starbucks heisst Dromedar Kaffebar. Die total drei Filialen in Bergen eigenen sich prima für den Espresso-to-Go während dem Stadtbummel. https://dromedar.no/

Nature wants you back

Aufgrund seiner Lage inmitten dieses von Fjorden gezeichneten Teil Norwegens geniesst man vom Stadtzentrum aus einen fantastischen Rundblick auf die umliegenden Berge. Dementsprechend gestalten sich auch zahlreiche stadtnahe Möglichkeiten, um die Natur nach Lust und Laune zu erleben. So kann wer Wasser bevorzugt, mit einem Kayak der Küste entlangpaddeln und die Stadt vom Meer aus betrachten. Wanderbegeisterte schnüren ihre Schuhe direkt in der Stadtmitte, um entweder den Hausberg Floyen zu erklimmen, oder diesen zu einer grossen Tour mit dem benachbarten Ulriken (643 m.ü.M.) zu kombinieren. Beide Gipfel bieten nicht nur eine fantastische Aussicht über die Stadt, sondern auch ein breites Netz an weiterführenden Wanderwegen.

Wer etwas mehr Zeit zur Verfügung hat, sollte die Gelegenheit nutzen, um mit einem Mietauto eine Tour zu einem der umliegenden Naturwunder zu unternehmen. Ein Klassiker – nicht nur für Instagram-Fetischisten – ist dabei die Wanderung zur Trolltunga nahe Odda. mit An- und Abreise sollte man für das Foto auf der Felszunge jedoch zwei Tage einplanen.

Ein Schlaraffenland für Foodies

Nicht nur die Kaffee-Szene, sondern die ganze Bandbreite der Gastronomie geniesst in Bergen ein hohes Ansehen. Authentische, deftige norwegische Spezialitäten, frisch zubereitete Fischgerichte und Neo-Fjordische Fusionsküche sorgen für Abwechslung auf dem Menüplan. Die meisten Restaurants finden sich direkt in der Altstadt oder unweit davon, rund um Nygardsgaten und Olaf Kyrnes Gate. Wer die Wahl hat, hat die Qual: Wir helfen nach mit einigen Best-Picks für eine unvergessliches Food-Erlebnis.


  • Gehobene norwegische Küche: Marg og Bein, gelegen unweit des Universitätsviertel, hält was der Namen verspricht: Mark und Bein eben. Angeboten werden Fisch und andere, auf kreative Weise zubereite norwegische Klassiker wie Schweinsnacken, Ochsenzunge oder Markbein – stets begleitet von überraschenden Beilagen, wie beispielsweise einem Rhabarber-Apfel-Chutney. Neben den Food-Kreationen besticht das Lokal durch sein Ambiente, welches durchwegs von skandinavischem Design inspiriert ist.
  • Fisch direkt vom Markt: Den frischen Fang begutachten, das beste Stück auswählen und die grillierten Riesencrevetten anschliessend laut schmatzend geniessen. Für die Liebhaber von Meerestieren wird dies auf dem Fischmarkt Bryggen zur Realität. Nachteil: Um den besten Fisch – sowie den Platz am Tisch – balgt man sich mit den zahlreichen Kreuzfahrttouristen. Ein Bummel über den Markt lohnt sich trotzdem.
  • Fusion-Art bei Christopher Haatuft: Fans der Michelin-Küche kommen im Lysverket auf ihre Kosten. In Umgebung des Kunstmuseums tischen Christopher Haatuft un sein Team hier neofjordische Fusionsgerichte auf, welche es sogar bis in die New York Times schafften.
  • Bester skandinavischer Kneipenfood: Wer eher auf Herzhaftigkeit denn auf Fusion-Experimente steht, der ist bei Pingvinen goldrichtig. In der eigentlichen Bierkneipe werden deftige skandinavische Speisen wie Köttbollar oder Fisch-Eintopf ohne viel Schnickschnack aufgetischt. Die Portionen sind dabei mehr als nur grosszügig bemessen.

Nachtschwärmen durch die Altstadt

Bergen ist Norwegens Studentenstadt Nummer Eins. Und um diesem Ruf gerecht zu werden, darf natürlich das entsprechende Nachtleben nicht fehlen. Besonders ins Auge fällt dabei die Bar-Szene der Stadt. In zahlreichen originellen Kneipen in Vagsbrunnen, direkt hinter dem Bryggen, fliegen pfiffige Cocktails über die Tresen. Eine besonders grosse Auswahl an mit besten Zutaten gemixten Drinks hat “No Stress” zu bieten. Bei der Signature-Kreation “Smooth-Negroni” kommen nicht nur Liebhaber des Bittergetränks ins Schwärmen.

Trotz überschaubarer Grösse fasziniert Bergen mit seiner unglaublichen Vielseitigkeit. Die Stadt versprüht einen wunderbar relaxten Charme und ist der perfekte Ort um sich ein paar sorglose Tage inmitten von Kultur, Kulinarik und Natur zu gönnen.

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