Unsere Wochenmärkte erleben im Zuge der Nachfrage nach lokalen Produkten und dem steigenden Bewusstsein nach nachhaltiger Produktion und umweltschonendem Transport einen wahren Boom. Der Gang auf den Wochenmarkt verwandelt den Einkauf vom langweiligen Punkt auf der To-Do-Liste zum erfrischenden Erlebnis.

Das ursprünglichste aller sozialer Medien

Wochenmärkte haben in der Schweiz eine lange Tradition. Seit knapp 800 Jahren fahren lokale Erzeuger ihre Stände auf, um ihre frischen Produkte unter das Volk zu bringen und sich so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zu Zeiten in welchen die Vorstellung von Supermarkt-Ketten und Mobiltelefonen noch utopisch erschien, erfüllte der Markt die Funktion als Einkaufsgelegenheit, Treffpunkt und gesellschaftlicher Schlagader in einem. Ungeachtet der sozialen Verhältnisse war der Wochenmarkt seit jeher ein Platz, zu welchem sämtliche Bürger Zugang hatten. Der Gang auf den Markt war also schon immer mehr Erlebnis als blosses Einkaufen. Genau diese Eigenheit führt dazu, dass sich die Märkte in der heutigen Zeit der Über-Digitalisierung und Entpersonalisierung – man nehme die Bezahlterminals in Migros oder Coop als Beispiel – einer steigenden Klientel erfreuen.

Der Wochenmarkt ist zurück

Das Konzept “Wochenmarkt” erlebt in der Schweiz in den letzten Jahren eine wahre Renaissance. Während im Zuge der Industrialisierung und der folgenden wirtschaftlichen Entwicklungen Märkte zunehmend standardisierten Läden Platz machen mussten, ist der Freiluft-Einkauf im Zuge des gestiegenen Bewusstseins für Umwelt, Nachhaltigkeit und Lokalität wieder en vogue. In städtischen Gebieten kommt es vermehrt vor, dass es gar Wartelisten für interessierte Marktaussteller gibt. Dieser Trend gilt nicht nur für die Schweiz, sondern ist europaweit zu beobachten. Traditionelle Märkte wie der Londoner “Farmers Market” werden wieder populär und mausern sich gar zu Hot-Spots für Foodies und Touristen.


Top-5 Wochenmärkte der Schweiz

  • Wochenmarkt Bern: Der Favorit aus der Hauptstadt. Sowohl auf dem Bundesplatz als auch auf dem Delikatessenmarkt in der engen Münstergasse werden Lebensmittel aus der Region angeboten – DI & SA, 07:00 bis 12:00 – www.bernerwochenmarkt.ch
  • Wochenmarkt Montreux: Nebst dem Jazz-Festival bietet Montreux einen wunderschönen Wochenmarkt in der alten Markthalle direkt am See – FR & SO, 07:00 bis 13:00, bzw. 18:00 – www.marchesdemontreux.ch
  • Wochenmarkt Luzern: Luzerns schönster Wochenmarkt findet in der historischen Altstadt statt: Kleines, aber feines Sortiment – DI & SA, 06:00 bis 13:00 – www.luzerner-wochenmarkt.ch
  • Matthäusmarkt Basel: Vor der Matthäuskirche in Kleinbasel findet jeweils samstags ein kleiner Produzentenmarkt statt. Mittlerweile Quartiertreffpunkt zieht dieser auch Grossbasler auf die andere Rheinseite – SA, 08:00 bis 13:00 – www.matthaeusmarkt.ch
  • Wochenmarkt Oerlikon: Aus den sechs Zürcher Marktplätze sticht insbesondere derjenige in Oerlikon mit netter, familiärer Atmosphäre und einer grossen Auswahl an frischen Produkten hervor – MI & SA, 06:00 bis 11:00 – www.zuerchermärkte.ch

Lokales Sortiment zu konkurrenzfähigen Preisen

Beim Einkauf auf dem Wochenmarkt steht meist der Verkäufer am Tresen – auch hinter der Produktion der feilgebotenen Produkte. Oftmals kommen diese direkt von Feld, Stall oder Käsekeller auf den Markttresen. Dies bedingt möglichst kurze Transportwege. So erstaunt es nicht, dass beispielsweise auf dem Berner Wochenmarkt Fleisch, Käse, Gemüse und Blumen primär aus dem Einzugsgebiet der Stadt stammen. Unter Marktverkäufern kennt man sich, was zu einer natürlichen Ergänzung und Erweiterung der angebotenen Produktepalette führt. Augenfällig ist, dass die Marktstände vorwiegend von jüngeren Menschen betrieben und auch besucht werden. Der Wochenmarkt profitiert sichtlich vom Gegentrend zu Food-Engineering und Massenproduktion. Lokale, authentische und saisonale Lebensmittel schmecken nicht nur frischer, sondern weisen auch eine deutlich bessere Ökobilanz auf als importierte Erdbeeren im Spätherbst. Da die Produkte meist unverpackt sind, hilft der Einkauf auf dem Wochenmarkt auch beim Kampf gegen Plastikmüll (vgl. dazu “Plastikfrei Leben: Metragend oder Illusion?” von The.Up.Life.). Eine nur marginale Preisdifferenz zu Produkten in herkömmlichen Supermärkten sowie der anschliessende Besuch im Lieblingscafé runden das Einkaufserlebnis auf dem Wochenmarkt als Entschleuniger perfekt ab.

The.Up.Life. ist überzeugt, dass Wochenmärkte, gerade für Menschen denen bewusster Genuss wichtig ist, eine Bereicherung im Alltag darstellen. Also, ab auf den Markt!